Montag, 12. April 2010

The life between


Auch wenn ihr hier in diesem Blog bereits allerlei Dinge über Malaysia und meine Erlebnisse gelesen habt, ist es zwischen all dem nicht immer einfach zu beschreiben, wie ich mich hier eigentlich fühle oder mich in dieser neuen Umgebung zurecht finde. Ich möchte, diesen Beitrag mal nutzen, um einen kleinen Rundumschlag über mein Befinden, meine Situation und meine Pläne nach dem Semester hier in Malaysia zu machen.

Vor allem meine Mutter fragt natürlich gerne nach: „Geht es dir wirklich gut?“ Und auch wenn es meine Aussagen, es ginge mir gut, ständig in Frage stellt, kann ich ihre Bedenken irgendwie verstehen. Um das Ganze aber mal weiter auszuführen: Mir geht es hier wirklich gut. Ich habe meine paar Quadratmeter Apartment-Zimmer, wirklich alle Leute sind nett zu mir (manchmal kommen mir einige sogar etwas zu zuvorkommend vor) und auch wenn ich hin und wieder an die Heimat und vor allem an die Menschen dort denken muss, habe ich den Zustand „Heimweh“ im Laufe meines Aufenthalts noch nicht durchlaufen. Einige mögen sich vielleicht Gedanken machen, dass ich hier noch nicht sonderlich viel herumgereist bin. Aber das ist auch irgendwie nicht wirklich das, was ich machen will. Ich bin eigentlich eher darum bemüht, mir ein normales soziales Umfeld und einen Alltag zu erschaffen, der mir einen Einblick gewährt, wie die Menschen (vor allem die in meinem Alter) hier so leben. Natürlich könnte ich mich auch jede freie Minute in Bus, Zug oder Flugzeug setzen und die Gegend um mich herum erkunden, aber das Gefühl, das ich erfahre wenn ich ein paar Stunden durch eine so genannte Kulturhochburg laufe und ein paar Fotos schieße, ist wirklich kein Erlebnis, das ich als „den Kick“ bezeichnen würde.

The little things

Stattdessen kann ich von jeder Menge anderen kleinen Ereignissen hier berichten, die wirklich Spaß machen. So hat zum Beispiel Sam letzte Woche eine Hobby-Fußballmannschaft gegründet und mich direkt fest eingeplant. Einziges Problem dabei ist, dass wir 90 Minuten Großfeld spielen. Und gestern war dann auch schon Premiere. 0:8 haben wir gegen ein malaysisches Team auf den Sack bekommen. Ich persönlich fand es gar nicht mal so schlimm. Immerhin hatten wir viele Spieler dabei, die ihr Leben noch nicht allzu oft gegen den Ball getreten hatten. Und hier sehe ich Fußball eher als soziales Ereignis an, das Spaß macht und nicht als ultimativen Kampf ums sportliche Überleben. Vor dem Spiel, das für zehn Uhr morgens terminiert war, waren wir dann alle zusammen frühstücken. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich morgens um acht Uhr so rein gar keinen Appetit verspüre (außer ich komme gerade von der Arbeit). Ehe ich mich versah, hatte ich dann aber auch schon eine Art indischen Pfannkuchen vor mir stehen, der hier auch früh am Tage schon mit einer Chili- und einer Süß-Sauer-Soße serviert wird. Die Erkenntnis ist klar: Hier in Malaysia wird zu jeder Tages- und Nachtzeit herzhaft und warm gegessen!
Ich habe den Pfannkuchen dann aus Höflichkeit gegessen. Ich werde das nächste Mal aber daran denken müssen frühzeitig abzuwinken. Nach der Begegnung ging es dann zu McDonalds. Hier bin ich ja bekanntlich eher zu Hause. Es ist aber gut möglich, dass ich bei der Spieltagsanalyse den Mund etwas zu weit aufgerissen habe. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, dass ich morgen etwa 15 malaysischen Amateurfußballern eine Trainingseinheit über elementare Fußball-Technik (Ballannahme, Passen, Schießen) erteile.

The life at home

Auch wenn ich tausende Kilometer von der Heimat entfernt bin, habe ich immer noch eine Art Leben in Schwerte. Mein Vater erinnert mich immer wieder gerne daran, wenn er mir via E-Mail über Rechnungen, Mahnungen und andere Briefe berichtet, die für mich so ins Haus flattern. Eine richtig gute Nachricht hatte ich aber letzte Woche in meinem E-Mail-Posteingang: Die Zusage für ein Praktikum! Etwas konkreter bedeutet das, dass ich von Anfang Juli bis Ende September ein Praktikum in Hamburg machen darf und auch werde. Bei einem kleinen StartUp werde ich in die Geheimnisse des Online-Marketings eingeführt und darf dabei auch noch Zeit einer der schönsten Städte Deutschlands verbringen. Klingt doch gut. Was mich auch zu einer ungeklärten Frage bringt: Wo werde ich wohnen? Da ich mittlerweile schon aus verschiedenen Quellen gehört habe, dass der Hamburger Wohnungsmarkt eine echte Herausforderung ist, habe ich hier mal ein Inserat vorbereitet:

„Wenn einer meiner Leser jemanden kennt, der in Hamburg für drei Monate eine(n) Wohnung/Zimmer/Couch/Abstellraum/Keller vermieten oder untervermieten möchte, der möge mir Bitte Bescheid geben. Ich bin weites gehend anspruchslos und flexibel. Über Preise und Konditionen kann gerne verhandelt werden.“

(Als ich bei facebook die Nachricht veröffentlicht habe, dass ich nach Hamburg gehen kann, hatte ich direkt drei Ratgeber für Party und Nachtleben in Hamburg zur Seite, aber nicht einen Kommentar über Wohnung und Unterkunft. Das lässt schon tief blicken … J)

music makes life sound better

Weil ich in den letzten Wochen fast täglich youtube-videos via facebook verlinkt habe, habe ich mir gedacht, ich könnte das Ganze auch etwas vereinfachen. Ich habe eine Playlist angelegt, die alle Lieder beinhaltet, die ich bisher während meiner Zeit in Malaysia häufig gehört habe. Ich versuche sie up-to-date zu halten und ständig zu erweitern. Auf youtube heißt die Playlist:

ChK Malaysia 2010 (link ist unterlegt)

Das war es aber auch eigentlich schon wieder von mir. Ich habe noch ein paar investigativ hochwertige Themen auf Lager, aber bin zu faul sie aufwendig zu recherchieren. Außerdem müsste ich eigentlich für meine Consumer Behaviour-Klausur lernen. Aber schon allein das Buch in meinem Rucksack gibt mir das Gefühl etwas getan zu haben.
Ein Dank geht auch noch an Franzi, die sich bereit erklärt hat den letzten Trivia-Beitrag Probe zu lesen und auf „political correctness“ zu checken.

ChK

Kommentare:

  1. Gruß aus der anderen Spitzenstadt in GER.
    homecompany HH bietet jede menge Whgn. oder Zimmer.
    Vielleicht solltest du mal etwas genauere Angaben machen (HH ist groß von DEU aus gesehen):
    möbl. Zimmer, Stadtteil, WG?

    Ansonsten gibt´s vielleicht die Möglichkeit über die Uni / Studentwohnheim / Studentenwerk

    Meine Kontakte haben leider HH verlassen.

    .. und das schlechte Gewissen, in Malaysia alles mitzubekommen und nicht wie gewoht abzuhängen machst du dir ja selber ...

    Tschau mit ...
    freundchen

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  2. Warum passiert hier nichts mehr?
    Mir ist langweilig. Mein Studium lastet mich scheinbar nicht aus. Deins dich denn??
    (So, die Frage müsste dich anspornen, einen neuen Eintrag zu verfassen.
    (... dass deine Blog-Ignoranz möglicherweise im Zeitaufwand deines Studiums begründet ist, bedenke ich aus Prinzip nicht ;o))

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